Seminare

Seminar: Sorge dich nicht - schreib!

Der Weg zur Hölle ist mit abgebrochenen Projekten gepflastert.” (Philipp Roth)

In den USA gewinnt eine neue Art, Drehbuch zu schreiben, immer mehr Anhänger: “The Vomit Draft”. Statt jeden Satz, kaum erscheint er auf dem Display, zu verschlimmbessern, erlauben wir Autoren uns gelegentlich eine nicht optimale Wortwahl, einen platten Dialog, einen unbefriedigenden Szenenschluss. Das Ziel: so rasch es geht voranzukommen, um möglichst bald das Wort “Ende” zu tippen. Erst wenn eine Null-Fassung vor uns liegt, können wir unser Projekt in allen Einzelheiten beurteilen.

Wie erfinden wir Filmstories, von denen wir nie geträumt haben? (Mit Hilfe des genialen Kartenspiels “Storymatic”.)

Wie machen wir die ersten drei Seiten des Drehbuchs zu einem unwiderstehlichen Lesegenuss? (Indem wir uns von fiktiven Qualitätsstandards verabschieden.)

In diesem Seminar wollen wir trainieren, wie man von einem Bedenkenträger zu einem Viel- und Schnellschreiber wird.

 

08. bis 10. März 2019 in BERLIN
Freitag 14 – ca.18 / Samstag 10 – ca.17 Uhr / Sonntag 10 – 17 Uhr

 

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Semiar: Suspense und Comic Relief

Auf zwei Haupterfordernisse einer guten Filmstory lassen sich Tausende von weisen Ratschlägen kluger Skriptlehrer reduzieren: Wie baut man Spannung auf und wie erlaubt man dem Leser/Zuschauer, sich gelegentlich durch Lachen zu entspannen? Das unvermittelte Nebeneinander von Ernstem und Lustigem ist es, was unsere eigenen Lebenserfahrungen am besten abbildet. In diesem Seminar wollen wir für das neue Genre “Dramedy” Stories entwickeln, die sowohl Elemente des Fernsehdramas als auch der Fernsehkomödie enthalten.

Wie konfrontieren wir die Zuschauer mit tragischen Ereignissen, die wir überraschend und manchmal auf schockierende Weise dem Gelächter des Publikums preisgeben?

Wie schaffen moderne amerikanische und englische Serien es, in uns ein Wechselbad der Gefühle zu erzeugen? Was können wir von einigen Oscar-preisgekrönten Drehbüchern dieses Jahres lernen (bzw. stehlen)?

 

- 28.04.
Freitag 14 - ca. 18 Uhr / Samstag 10 - ca. 17 Uhr / Sonntag 10 - ca. 17 Uhr

 

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Interview mit Wolfgang Kirchner

 

Was unterscheidet deine Seminare November 2016 - April 2017 von den früheren?

 

Wolfgang Kirchner: Das Erarbeiten von Drehbüchern steht im Vordergrund. In den ersten drei Seminaren konzipiert jeder Teilnehmer – in Zusammenarbeit mit anderen – eine Comedy, in den folgenden drei Seminaren hat jeder die Chance, unterstützt von der Gruppe, einen Thriller zu schreiben. (Diejenigen, die nur an dem einen oder anderen meiner sechs Seminare teilnehmen können, gehen mit einer Fülle von praktischem und leicht anzuwendendem Wissen nach Hause.)

 

Wir Autoren schmücken uns gern mit Selbstzweifeln und Selbstkritik und bringen lieber gar nichts zu Papier, als dass wir auf Perfektion schon bei der ersten Fassung verzichten. Wie motivierst du Teilnehmer, für die das Zögern und Auf-die-lange-Bank-Schieben zu ihrer zweiten Natur geworden ist?

 

Wolfgang Kirchner: “Schneller besser schreiben” ist eine Methode, die sich bei Autoren immer größerer Beliebtheit erfreut und zu erstaunlichen Ergebnissen führt: “A Screenplay in 10 Days” von Jonathan A. Browne ist eine erfolgreiche Anleitung, wie Autoren innerhalb von etwas mehr als einer Woche einen First Draft in 9 Sequenzen aus dem Boden stampfen können. Chris Soth lehrt in seinem Schreibprogramm “Million Dollar Screenwriting”, wie sich jeder Stoff im Handumdrehen und in acht Sequenzen verwirklichen lässt. Mit Hilfe der von Blake Snyders ebenso präzise wie intuitiv entwickelten 15 Beats seines Programms “Save the Cat” hat eine Gruppe an der Filmschule Hamburg Berlin im Sommer 2016 den Entwurf zu einem Drehbuch in drei Tagen zu Papier gebracht.

 

Die Feinarbeit erfolgt dann zwischen den einzelnen Seminaren?

 

Wolfgang Kirchner: Und indem die Teilnehmer sich vernetzen, sich in der Zwischenzeit gegenseitig über ihre Arbeitsfortschritte informieren und einander mit Rat und gelegentlich einer Szene oder dem Entwickeln eines Charakters unterstützen. Die dabei gelernte Kooperation ist ein Skill, der allen in der Zusammenarbeit mit der Redaktion und dem Regisseur große Dienste leisten wird.

 

Wie kann man sich auf deine Seminare vorbereiten?

 

Wolfgang Kirchner: Indem man brisantes aktuelles Material sammelt – Zeitungsartikel, die von aufregenden, niederschmetternden, rätselhaften, humorvollen Ereignissen handeln. Diese Geschichten durchliefen bereits zwei Tests: 1) sie haben sich in der Realität ereignet, 2) sie wurden von Journalisten aufbereitet.

 

Wir brauchen neue Geschichten

In unseren Drehbuchkursen beginnen wir regelmäßig damit, einen Berg aktueller Zeitungen zu durchstöbern. Was passiert in unsrer Welt - woran leiden die Menschen ganz aktuell, worüber freuen sie sich? Bei all dem Mord und Totschlag, der uns alltäglich im Fernsehen präsentiert wird, fragen wir uns: gibt es in unserem Land eigentlich noch Liebe - frei von Kitsch, Sentimentalität und Berechnung?

 Aufgabe von Drehbuchautoren ist es, Stories zu entwickeln, die haarsträubend und zugleich lebenswahr sind, von Menschen zu erzählen, die lügen, betrügen und verletzen und in deren Konflikte man sich trotzdem einfühlen kann. Selten im Fernsehen, aber oft im täglichen Leben begegnen uns Menschen, die wir bewundern, deren Mut und Opferbereitschaft, deren Moral uns zur Nachahmung auffordern - Menschen mit Herz und Witz, über die es sich lohnt, ein Drehbuch, einen Roman zu schreiben.

 Wie man Stories, die uns selbst täglich passieren könnten, voller Überraschungen erzählt, ist ein Kunststück, das man lernen kann. Wie man Spannung aufbaut und 90 Minuten lang steigert. Wie man jedem Charakter ein unverwechselbares Profil, eine nur ihm eigene Sprache gibt. Wie man in allem, was geschieht, ein Thema anklingen lässt, das nach dem Abspann noch lange in uns nachklingt.

 Doch es genügt nicht, packende Filmgeschichten zu entwickeln. Wir müssen lernen, die Programmmacher von unseren Drehbüchern zu überzeugen. Wir müssen uns selbst vermarkten. Im neuen Kurszyklus der Filmschule Hamburg Berlin wollen wir die Fähigkeit des Self Coaching trainieren: Wie vertreten wir unsere Geschichten mit Überzeugung? Wie präsentieren wir uns in Briefen und Gesprächen? Wie werden wir immer besser - durch Kritik und Ablehnung?

 Zu guter Letzt: Wie veranstalten wir Autorenlesungen? Wie schaffen wir es, viele Rezensionen zu erhalten? Denn alle in unseren Seminaren entwickelten Stories publizieren wir am Ende der sechs Seminare als Book on Demand, als EBook.

 

 

Feedback zu vergangenen Seminaren:  

 

»Kreativ, temporeich, kurzweilig!«

 

»Viel Praxis, perfektes Training!«

 

»Ich nehme Energie für Neues mit.«

 

»Ich habe bisher die ersten beiden Seminare der Serie „Grundtechniken des Drehbuchschreibens“ besucht und werde die verbleibenden vier Seminare auch noch machen. Warum? Weil ich nach jedem der beiden Seminare - die ja jeweils unterschiedliche Schwerpunkte haben -  eine Geschichte und die Charaktere in ihren Grundzügen einmal komplett durchentwickelt habe.«

 

»Gutes Team. Herr Kirchner ist ein Profi, der die Praxis kennt. Davon profitieren wir alle.«

 

»Weitere Ideen für mein Drehbuch-/Filmprojekt was den Schauplatz betrifft, die Entwicklung der Figuren anhand der Visualisierungstechniken; nicht aufzugeben, auch wenn die Ideen mal nicht so fließen.«

 

»Viele praktische Hilfen und Ansätze, praktische Übungen und strukturiertes Denken.«

 

»Ich bin mit der eigenen Geschichte wirklich weiter gekommen.«

 

»Ein gut strukturiertes, informatives Seminar, indem wichtige und spannende Tools erlernt wurden.«

 

»Eine Fülle von Input und Handwerkszeug, neue Motivation zu schreiben und die Erfahrung, dass Kreativität beflügelt und Ressourcen freilegt.«

 

»Sehr positiv: Der Dozent ist sehr interessiert an den Teilnehmern, sehr motivierend!«

 

»Angenehme Arbeitsatmosphäre; der Dozent ging auf alle Fragen und die individuellen Geschichten ein.«

 

»Konstruktiv, aufbauend, ermutigend.«

 

»Großes Wohlgefühl. - Zeit vergessen. - Anzeichen für Freude, Spannung, Neugier, weitere Entdeckerlust,viel Neues. - Authentische und liebevolle Atmosphäre.«

 

»Toller Dozent, tolle Assistenz, gute Struktur!«

 

 

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